Das Bismarck-Bad – 1911 bis 2007

Das Bismarck-Bad wurde 1911 eröffnet. Nach einigen Umbauten vor allem an der Frontfassade, sowie Umnutzung des Eingangsbereichs, wurde es im Jahr 2007 trotz heftiger Proteste durch die Freie- und Abrißstadt Hamburg abgerissen.

 

Neueröffnetes Bismarck-Bad 1991. Foto: Stadtteilarchiv Ottensen (alle Rechte vorbehalten)

1950. Foto: Stadtteilarchiv Ottensen (alle Rechte vorbehalten)

1960. Foto: Stadtteilarchiv Ottensen (alle Rechte vorbehalten)

1965. Luftbild Ottenser Hauptstraße. Quelle: StaH

1996

1996. Foto: Stadtteilarchiv Ottensen (alle Rechte vorbehalten)

2002. Foto: Stadtteilarchiv Ottensen (alle Rechte vorbehalten)

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Abriss 2007. Foto: Martin Podolak

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Abriss 2007. Foto: Martin Podolak

Foto: L.P. (Colapesce)

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Foto: Kai Herrner

Foto: Kai Herrner

Foto: Kai Herrner

8 Kommentare

  1. Peter Schwanewilms

    War schon irgendwie schön – und niedlich. Aber das „Festland“ ist besser !
    Aber es gibt ja auch in Ottensen diese merkwürdige Sehnsucht nach dem alten, dunkeln, schweren Wilhelminischen Bahnhof.

    Peter Schwanewilms

    • Peter, das einzige merkwürdige ist nicht die Sehnsucht der heutigen jungen Generation nach einem würdigen Bahnhofsgebäude wie er es mal war, sondern das Verlangen der vorigen Generation nach einem Kaufbahnhof.

  2. Brigitte A.

    Sehnsucht nach dem alten, schweren, dunklen……..das ist doch Humbug. Das Bismarck-Bad hatte helle, lichte Schwimmhallen in einer recht schönen, noch erhaltenen Bäderarchitektur des Jugendstils. Und es hatte Geschichte!! So runtergekommen und düster, wie das Festland schon heute mit seinen niedrigen dunklen „Schwimmdecks“ ist……wird es nicht in die Geschichte eingehen.
    Auch der Bahnhof hatte noch eine architektonische Formensprache, die auch „Bahnhof“ sagte. Wenn man heute aus diesem schon baufälligen Betonmonster nach Ottensen rausgeht, empfängt einen dort, wo das Bismarck-Bad stand, diese gesichtslose Einkaufmeile, wie in vielen anderen Städten auch. Fehlt eigentlich nur noch, dass auf der anderen Seite die „Päsidentenvilla“ (Schweinske) abgerissen wird, damit es architektonisch „gleichgeschaltet“ werden kann!

  3. Andrea Marra

    Peter Schwanewilms, der alte, dunkle,schwere Bahnhof hatte ein Gesicht … ein Profil. Man stelle sich das Schmuckstück innen wie aussen aufgefrischt und modern beleuchtet vor … Unverwechselbar! Futter für die Seele, die vielen Details, eine Erfrischung im Kontrast zu den ewig gleichen Bauklötzen der Jetzt-Zeit. Er erschien mir als Kind auch gar nicht dunkel, er hatte durchaus etwas märchenhaftes und die Fantasie anregendes, fast wie ein Schloss.
    Ich ging mit meiner Mutter zum Einkaufen „in die Stadt“ – so sagten wir, wenn wir zu Fuß Ottensens Kern anstrebten – und die Abrißbirne krachte in die Backsteintürme. Ich erinner mich genau an meine Fassungslosigkeit, und ich fühlte ein kindliches Entsetzen, wie man etwas so Hübsches kaputt machen konnte – einfach so!
    Was das Bismarckbad betrifft, gab es hier natürlich Diskussionen, unsere Eltern sagten „Was wollt ihr denn, ihr seid doch gar nicht mehr hingegangen“ und ich versetzte, es ginge mir gar nicht allein um den Erhalt als Schwimmbad, sondern um das Gebäude als Gesamtkunstwerk. Die schmucken Geländer, die Formen der Fenster, die Bögen, die Fenster, Ornamente. All das ist unersetzlich, und man hätte eine einzigartige Oase daraus erschaffen können, indem die Galerien mit den Umkleiden entfernt werden und Geschäfte dort einziehen,(Einzelhändler mit Charme…) und im unteren Bereich, dort wo das Schwimmbecken sich befand, einen Gastronomiebereich, der auch als passende Örtlichkeit für kleine Veranstaltungen und Vorführungen hätte dienen können. Die „Kulisse“ des Mercado kann da nicht mithalten.
    Nun ja, es ist ohnehin zu spät … , aber schön, das ich die Gedanken mal irgendwo unterbringen konnte.
    Viele Grüße, Andrea

  4. Andreas Henne

    Es ist eine Frechheit daß es abgerissen wurde. Ich habe da Schwimmen gelernt und wenn alles alte abgerissen wird war es das bald ganz mit Hamburger Tradition. Alle echten Altonaer die ich kenne haben dagegen gestimmt.

  5. In seinem Buch „The Timeless Way of Building“ beschreibt Christopher Alexander sehr schön was zeitlose Architektur und Ästhetik ausmacht. Das Problem mit „moderner“ Architektur ist, sie wird zumeist nicht mehr am Menschlichen bemessen, sondern den Idealen der Massenfabrikation und Kosteneffizen untergeordnet. Wenn nicht, folgen Architekten oft modischen Gimmicks, die in ein paar Jahrzehnten schon wieder veraltet und unansehnlich aussehen. Beispiele: Die brutalistische Architektur des ersten Bahnhofsneubaus (Westflügel), der postmodernistische Marmor Alptraum des Schiller Apothekengebäudes an der Großen Bergstraße, der Gebäudekomplex der Deutschen Bank Filiale. Auch der Ostflügel des Altonaer Bahnhofs zeigt bereits ästhetische Ermüdungserscheinungen. Mit seiner fensterlosen Fassade lädt es Menschen nicht zum Betrachen und Verweilen ein, wegschauen sollen wir. Die Sehnsucht nach alten Gebäuden erklärt sich dadurch, dass die neuen dem Stadtbild keinen Gefallen tun und sich nicht mehr als Postkarten Motiv eignen. Viele aktuelle Neubauten in Hamburg zeigen jedoch Indizien, dass wir uns aus diesen architektonischen Dunkelzeiten emanzipieren. Gesichtlose Hertie und Hortenfassaden passieren uns heute zumindest nicht mehr 🙂

  6. Rolf Stamerjohann

    Dort habe ich 1950 mein Freischwimmer gemacht, Der Schwimmlehrer hieß Papa Damman

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