Nach 20 Jahren: Say goodbye to Stehcafé Ottensen

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Foto: TXMX2. Quelle Flickr. Klick auf das Bild!

Nach ca. 20 Jahren haben die Betreiber vom Stehcafé Ottensen in der Großen Brunnenstraße den Vertrag gekündigt. Leider. Der Traditionskiosk hat nur noch wenige Wochen geöffnet (Stand 6.August). Die Übergabe an einen Mitarbeiter, welcher den Laden weiterführen wollte, ist unglücklich gescheitert. Die Nahversorgung von Brötchen, Kaffee, Tabak und Bier für die Nachbarschaft muss nun woanders stattfinden. Genauso wie gemeinsames Fußballgucken, oder der einfache Schnack unter alteingesessenen Kunden und Nachbarn.

Einige Textpassagen in diesem Artikel sind entfernt worden, nachdem sich 
die Eigentümerin(?) des Gebäudes über die Ausführungen beschwert hat. 

Jegliche vormals hier beschriebenen Umstände der Kündigung wurden im
Stehcafé 1:1 an Inside Ottensen herangetragen. Die mehrmalige Nachfrage 
ob diese Informationen verbreitet werden dürfen, wurde damals akzeptiert.
Offenbar herrschten dort intern unterschiedliche Meinungen und Wissen 
über die Vorgänge. Der Text wurde daher komplett entfernt.

Im Kiosk hängt übrigens ein Foto von 1971. Dieses lässt erahnen, dass bereits zu jener Zeit in dem Ladenlokal ein Kiosk gewesen sein könnte. Diverse Gebäude auf der linken Seite der Großen Brunnenstraße sind längst abgerissen, z.B. die im Hintergrund sichtbaren Hallen von Menck & Hambrock, auf dem heutigen Kemal-Altun-Platz.

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11 Kommentare

  1. Ich finde es schlichtweg zum kotzen, wie die Profitgier der Vermieter unseren Stadtteil
    verändert. Aber so ist sie nunmal, die Marktwirtschaft…….

  2. Schade schade . . . 🙁
    Wo wird es uns nur hinbringen das kohlescheffeln in Ottensen und anderswo !
    Alles wird neu schick und zum kotzen langweilig!

  3. Ja, ist wirklich schade. So werden die letzten Knoten eines sozialen Gefüges zerschnitten und am Ende bleibt nur anonymes Leben in der sterilen Langeweile eines durchsanierten Stadtteils, dessen Einzigartigkeit nur noch in seiner Architektur zu finden ist, aber der sich sonst nicht großartig vom Othmarschenpark oder ähnlichen Neubaugebieten unterscheidet.

  4. Ureinwohner

    Wer von Euch hat denn schon vor dem Beginn der „Aufwertung“ des Stadtteils hier gewohnt, also vor 1985? Ohh, erst Anfang der 2000er aus Flottbek zugezogen, weil es hier so schön günstig und „freakig“ war?

    Hmm….

    • Hmm… also ich bin in den 80ern in der Stangestraße geboren und habe, mit einigen Unterbrechungen, mein ganzes Leben hier verbracht. Meine Eltern sind in der Tönsfeldtstraße und der Holländischen Reihe großgeworden und auch immernoch hier ansässig und meine Großeltern haben in der Daimlerstraße gelebt. Auch ich bin nicht glücklich über die Entwicklung, die sich hier vollzieht, aber der Wandel ist halt ein integraler Bestandteil des Lebens. Selbst du wirst vielleicht irgendwann dahinterkommen, dass dein Ottensen der 80er nicht wie das Ottensen der 50er war, und das wiederum ganz anders als das Ottensen der 20er. Was meinst du, wie sich die Dorfbewohner geärgert haben, als die ersten stinkenden Fabriken auf die schönen grünen Felder gebaut wurden… Irgendjemand ist immer dagegen.

  5. @Ureinwohner: Ich persönlich bin am 01.01 2001 zugezogen, weil ich mich bis dahin 13,5 Jahre im schönen Farmsen um meine Großmutter gekümmert habe. Ich bin damals dort weggezogen, weil der Mix aus Spießern, alten Leuten und alten Männern in Jogginghosen in der Vorstadt-Kneipe einfach nicht mehr zu ertragen war, fremd-schämen…. Kaum einen Tag im freaky Ottensen droht man mir schon mit der Polizei, weil ich mit meinem Wohnmobil mit Warnblinkern kurz über den Rand der Zufahrt geparkt habe, um Krimskrams auszuladen. Meine angebotene Einpark-Hilfe wurde nicht angenommen, und meine Anfrage bei der Polizei, was das denn solle, da hat mir grad einer mit der Polizei gedroht,und GENAU WEGEN SOLCHEN SPINNERN bin ich grad weg aus Farmsen… Nein, nein, nein! Ich habe mittlerweile noch weitere freaky ottenser Nachbarn kennengelernt. Ich glaube Dir nicht, dass die Grütze erst nach `85 anfing. Nur das Geschäfte-Sterben, das sehe und glaube ich, aber sich hier hinzustellen und zu sagen, wir „Neuen“ haben keine Ahnung… pff!

    • Es sind Schmalspur-Schienen der ehemaligen Ottensener Industriebahn. Sie wurde 1981 stillgelegt. Seither werden sie zurückgebaut. Teilstücke sind auf vielen Grundstücken noch zu entdecken.

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