122 Jahre Lessingtunnel: Historie, Ereignisse, Fotos

1894 Rainwegtunnel (Altonaer-Seite). Foto: Stadtteilarchiv Ottensen

How it all began…

Die Geschichte vom Lessingtunnel begann 1891 als das gestiegene Verkehrsaufkommen zwischen Altona und Ottensen einen wesentlich größeren Tunnel erforderlich machte. 1894 wurde der Rainwegtunnel fertiggestellt (die heutige Harkortstraße hieß damals noch Rainweg), Seitdem ist das Nadelöhr die einzige direkte Verbindung für Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge zwischen Altona-Nord und Ottensen. Die Julius-Leber Straße hieß damals Lessingstraße. Diese führt bekanntlich genau auf den Tunnel zu, wodurch sich der Name Lessingtunnel einbürgerte.

Foto: Stadtteilarchiv Ottensen

Taubenkot-Posse

In den letzten 20 Jahren regte sich wegen zunehmender Verschmutzung durch Taubenkot Widerstand in der Bevölkerung. Nicht von ungefähr bekam der Tunnel im Volksmund den Namen „Taubentunnel“ oder sogar „Taubenschisstunnel“. Auch die Medien berichteten eher negativ. Zum Beispiel beschrieb die TAZ den Tunnel im Jahr 2000 als wahrhaft böser Ort, welcher nur fürs Filmedrehen geeignet sei. Die Stadt reagierte und schickte 2004 den „Taubenkot-Terminator„. So lautete damals die öffentlichkeitswirksame Schlagzeile der MOPO.

Trotz aller Bemühungen seitens der Stadt, formierte sich im Jahr 2005 die Bürgerinitiative „Ohne Schiss durch den Tunnel“, weil geplante Sanierungen nicht durchgeführt wurden. Sie forderten neben der Sanierung, eine hellere Ausleuchtung und vor allem regelmäßige Reinigung. Das Ärgenis mit dem massiven  Taubenkot erledigte sich halbwegs, als die Fernwärmeleitung unter der Decke des Tunnels verlegt wurde und sich damit die Nistbedingungen der Tauben gehörig verschlechterte.

 

TAZ-Artikel 04/2000.

Taubenterminator-

[2004] Quelle: MOPO

Lessingtunnel-Flyer-Ini

 

Lessingtunnel-Inititative

 

Umbaupläne im Architektursommer 2006

Im Jahr 2006 machten sich dann im Rahmen des Architektursommers die Konstrukteure der „Architektur Werkstatt Hamburg“ Gedanken, wie aus dem Lessingtunnel ein Glanzstück gemacht werden könnte. Ihre Idee war zwischen den Säulen Glasbausteine zu errichten, welche die Farben wechselten. Der Effekt wäre ein schöneres Licht als auch Lärmschutz, so die beiden Macher. Die Kasematten auf der Altonaer Seite sollten zudem für Bars oder Clubs öffnen. Viele Bürger waren damals begeistert von den Ideen (und wären es sicher immer noch!). Doch realisiert wurde bekanntlich nie etwas…

Lessingtunnel-Architektursommer

MOPO 2006

„Lessig Tunneln“

Zuletzt erregt am 29.April 2015 eine Flash-Mob-ähnliche Veranstaltung für Aufsehen. Unter LESSIG TUNNELN wurde anonym zu einem spontanen Treffen im Lessingtunnel aufgerufen. Die Polizei löste diesen „zivilen Ungehorsam“ jedoch recht schnell wieder auf. 

 

Lessig-tunneln

Foto eines Teilnehmers. Quelle unbekannt.

Lessig-tunneln-01

Quelle: Foto eines Anwohners (unbekannt).

Dieser Artikel wurde zusammengestellt mit Materialien aus der Sammlung des Stadtteilarchivs Ottensen. www.stadtteilarchiv-ottensen.de

Schreib einen Kommentar: